Die Heilung des inneren Kindes


Was ist das innere Kind?

Dazu gibt es auch ein schönes Buch: "Das Kind in uns" Wie finde ich zu mir selbst von John Bradshaw und Bringfried Schröder von Droemer Knaur (Taschenbuch)




Das innere Kind ist eine innere Figur in Ihnen und es ist in den allermeisten Fällen sehr verletzt worden. Es sehnt sich unendlich nach Liebe, Anerkennung und Zuwendung! Es sucht diese Liebe im Außen und wurde so oft im Außen enttäuscht. Es sucht an der falschen Stelle danach, weil es ihm so mal gelernt wurde. Es möchte einfach nur so angenommen werden, wie es momentan gerade ist. Es möchte all die Liebe bekommen, die es im elterlichen Haus damals so vermisste.

Es gibt nur ein Mensch, der dem Kind diese Liebe und Anerkennung auf Dauer geben kann. Das sind Sie selbst! Es sehnt sich sehr nach der Erlösung der Defizite, die in der Kindheit entstanden sind und es sehnt sich sehr nach dem Kontakt mit dem erwachsenen Teil in Ihnen.

Immer dann, wenn Sie aus Ihrer Mitte rauskommen und verletzt oder heftig reagieren, hat das innere Kind in Ihnen die Kontrolle übernommen.
Wenn Sie das ändern wollen, ist es an der Zeit, dass Sie Ihr inneres Kind kennen lernen.

Das innere Kind ist nicht nur eine innere Figur, die in jedem Menschen vorhanden ist, sondern sie existiert wirklich als ein Gefühl in Ihnen. Das innere Kind ist je nach dem was Sie in der Kindheit so alles erlebt haben, mal mehr oder mal weniger verletzt worden. Wie weit das innere Kind in Ihnen verletzt ist, erkennen Sie daran, ob Sie bei bestimmten Situationen aus ihrer Mitte fallen oder nicht. Hier einige Beispiele:

1. Sie werden immer aus ganz bestimmten Gründen wütend.
2. Sie fühlen sich öfters von ihrem Partner alleine gelassen.
3. Sie fühlen sich nicht genug geliebt von ihren Partner oder ihren Mitmenschen.
4. Sie werden des öfters betrogen oder belogen und das macht sie sehr wütend.
5. Sie sind öfters traurig oder wütend, weil Sie nicht genug Anerkennung und Liebe von ihren Mitmenschen bekommen.
6. Sie sind hintergangen worden und haben Wut, dass Ihnen so etwas passiert ist.
7. Sie engen Ihren Partner ein, weil Sie nicht lange alleine sein können.
8. Sie wollen Ihre ganze Zeit möglichst mit nur einem Menschen verbringen und engen sich und Ihren Partner ein.
9. Sie können noch keine Verantwortung für ihr Leben übernehmen und fühlen sich oft als Opfer.
10. Sie sagen Ihr Partner sei Schuld an Ihren schlechten Gefühlen.
11. Sie glauben, Ihr Partner sei die Ursache für ihre Krankheit.
12. Sie fallen voll aus ihrer Mitte, wenn sie von Ungerechtigkeiten in der Welt erfahren, die weit weg von Ihnen sind.
13. Sie sprechen nicht mit ihren Partner, weil sie ihn "erziehen" wollen.
14. Sie erfahren keine Achtung von Ihrem Partner und fühlen sich missachtet von ihm.
15. Sie glauben Ihr Partner tangiert sie nicht mehr, und sie können sich nicht mehr auf ihn einlassen, weil sie glauben, das er sie nur verletzten könnte.
16. Sie glauben Ihr Partner sei immer gegen Sie, weil sie ihn und anderen Menschen nicht mehr vertrauen können.
17. Sie vertrauen Keinem und Niemanden und haben kein Vertrauen mehr in das Leben an sich.
18. Sie glauben die Welt sei ein furchtbarer und schrecklicher Ort.
19. Sie beschuldigen andere Menschen für ihr eigenes Schicksaal, dass nach Ihrer Meinung ganz anders verlaufen sollte.
20. Sie bekommen oft Wut und Jähzornanfälle wie ein 4-jähriger Bub, weil Sie glauben nur so Ihren Willen durchsetzen zu können.
u.s.w.



Hinter diesen Mustern verbergen sich Glaubenssätze, die als Kind bzw. als Kleinkind oder als Säugling gebildet wurden. Die entscheidenden Ereignisse in der Kindheit sind den meisten Menschen nicht mehr bewusst. Damals wurde eine kindliche Strategie entwickelt und dann wurde das Ereignis verdrängt. Eine andere Möglichkeit hatte damals das Kind nicht gesehen, weil es noch nicht wusste, wie man mit solchen Situationen besser umgehen kann. Diese Ereignisse sind dann vergessen worden und dann hat man vergessen, das man sie vergessen hat. Damit sind sie in den Bereich des Unterbewussten bzw. in den Bereich des Unbewussten gelangt.

Nur an Hand der Glaubenssätze sind sie noch zu erkennen, die damals gebildet wurden. Diese Glaubensätze bewirken, das sie immer wieder in das Leben gezogen werden. "Nach Eurem Glauben geschehe Euch!" "Der Glaube versetzt Berge".


Hier einige Glaubensätze des inneren Kindes:

1. Man liebt mich nicht.
2. Andere sind wichtiger und wertvoller als ich.
3. Man muss sich immer anstrengen.
4. Das Leben ist ungerecht.
5. Man muss alles alleine schaffen.
6. Mein Partner ist verantwortlich für mein Glück, weil ich meine volle Verantwortung darin noch nicht sehen kann.
7. Meine Mitmenschen sind die Ursache für meine Gefühle.
8. Man muss immer nett und freundlich sein, auch wenn man es gerade nicht ist.
9. Man darf nicht wütend sein.
10. Man darf anderen Menschen nicht das sagen, was einem am Herzen liegt.
11. Man schweigt lieber, weil dadurch das Friede-Freude-Eicherkuchenspiel gefährdet wird.
12. Man macht aus seinem Herzen eine Mördergrube und man macht das dann mit sich alleine aus.
13. Konfrontation ist nicht gut.
14. Andere Bedürfnisse sind immer wichtiger als die eigenen.
15. Liebe muss man sich verdienen.
16. Man muss sich anpassen, wenn ich man seine Ruhe haben will.
17. Das Leben ist ein Kampf.
18. Man ist nicht liebenswert.
19. Andere sollen mich gefälligst lieben, weil ich selbst dazu noch nicht in der Lage bin.
20. Ich darf nicht sagen, was ich denke.
21. Das Leben ist stressig.
22. Ich habe immer Pech.
23. Andere haben es immer leichter.
24. Es gibt keine Ehrlichkeit mehr.
25. Frauen oder Männer sind z.B. böse... (oder ein anderes Urteil über die  Frauen oder die Männer)
26. Die da oben machen eh immer was sie wollen.
27. Den Menschen, den ich liebe, der tut mich nur unendlich verletzen.
28. Egal was ich mache, es ist meistens falsch.
29. Wenn ich nichts mache, kann ich auch nichts falsch machen.
30. Frauen oder Männer haben es immer leichter.
31. Ich habe keine Macht.
32. Ich bin ein Opfer der Umstände.
33. Man kann nicht alles haben, was man gerne möchte.
34. Die Anderen sind meistens Schuld.
35. Ich bin nicht gut genug.
36. Ich habe diese Strafe oder diesen "bösen" Menschen verdient, weil ich... (etwas gemacht habe, worüber ich ein Urteil über mich gefällt habe.)
37. Ich bin so schlecht und hab das nicht anders verdient.
38. Ich muss allen anderen Menschen gerecht werden nur einem nicht. Mir selber!
39. Ich muss mich aufopfern, weil mich schuldig fühle und mit Schuld noch nicht anders umgehen kann.
40. Undank ist der Weltlohn
41. Der allerwichtigste Mensch in meinem Leben bin nicht ICH sondern mein Partner oder meine Kinder.
u.s.w.



Wenn es aus Ihnen auch nur einen solchen Satz denkt, dann ist das auch ihr Glaubenssatz und dieser MUSS Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Die meisten dieser Glaubenssätze sind als Kind oder als Kleinkind bzw. als Säugling entstanden. Auch durch die ewigen Mantren der Bezugspersonen oder durch die Glaubenssätze im Massenbewusstsein können diese Sätze in einem entstanden sein. Sicher kommen Ihnen einige ganz bekannt vor.  Diese Glaubenssätze haben nur Macht über Sie, wenn Sie daran glauben und das für die Wahrheit halten.


1.Die Heilung des inneren Kindes

Es ist an der Zeit, dass Sie wieder Kontakt zu ihrem inneren Kind suchen. Sie können es aufsuchen und es betreuen, wenn Bedarf da ist. Versprechen Sie Ihrem inneren Kind immer für es da zu sein, wenn es Sie braucht. Seien Sie selbst die liebende Mutter und der liebende Vater, der Ihnen damals als Kind in bestimmten Situationen gefehlt hat. Übernehmen Sie ab sofort die Verantwortung für Ihre eigenen Gefühle und widmen Sie sich ihrem inneren Kind zu. Die Heilung des inneren Kindes sagt man, dauert im Durchschnitt 1-2 Jahre. In dieser Zeit sollten sie öfters mal zu ihrem Kind reisen und mit ihm Kontakt aufnehmen. Es fragen, was es gerade braucht und es ihm voller Hingabe geben. Sie werden sehen, es geht Ihnen von da an immer besser und besser.

Hier dazu eine Meditation von Erik Eckstein. siehe: www.selbstwaerts.de 

 
Meditation zur Heilung des inneren Kindes



2. Veränderungen der Glaubenssätze des inneren Kindes

Glaubenssätze lassen sich relativ leicht ändern. Das ist aber erst möglich, wenn man sie entdeckt hat. Unbewusste Glaubenssätze lassen sich normalerweise nicht ändern. Dazu gibt nur noch die Methode der Hypnose. Diese führe ich hier nicht an, weil ich dazu noch zu wenig Erfahrung habe. Nun zum konventionellen Auflösen der Glaubenssätze braucht es ein bissel Zeit. Wenn Sie durch das Leben auf einen Glaubenssatz gestoßen werden, dann ist es an der Zeit ihn aufzulösen, wenn Sie das denn möchten. Dazu zum besseren Verständnis ein Beispiel von mir selber.

Ich möchte mal an einem eigenen Beispiel zeigen, wie ich selber einen Glaubenssatz aufgelöst habe. Ich hatte mal einen heftigen Glaubenssatz:
"Die Frau, die ich liebe, verletzt mich sehr" Ich stieß das erste mal sehr unbewusst auf diesen Glaubensatz, als ich mich verliebt hatte und ich mich sehr verletzt gefühlt habe, als diese Frau sich vor meinen Augen mit einem anderen Mann richtig tief und innig geküsst hat. Das war damals ein heftiger Schock für mich...

Ich suchte dann später als ich mich mit der Heilung meines inneren Kindes beschäftigte, nach solch einer ähnlichen Verletzung in meiner Kindheit. Ich sagte mir, wenn ich es wüsste, dann war ich damals 4 Jahre alt und wenn ich es wüsste, dann war auch meine Mutter mit dabei. Ich kam drauf, dass ich damals aus Angst vor schlechten Träumen ab und zu noch ins Bett pieselte. Meine Mutter, die gerne wollte, das ich mit 4 Jahren doch endlich sauber sein sollte (durchaus gut gemeint), sagte dann zu mir aus Verzweiflung, wenn ich das nochmals machen sollte, dann stecke sie mich auf den dunklen Dachboden zu dem Mummubär. Es passierte dann tatsächlich wieder und ich bekam Angst in der Nacht und pieselte wieder ins Bett. Damals durfte ich auch nicht in das Bett meiner Eltern, weil sich das nicht schickte. Sie schliff mich auf den dunklen Dachboden. Ich wehrte mich, wo ich nur konnte. Ich dachte in mir, warum ist meine Mutter so böse zu mir! Es dachte in mir, die Frau (in dem Fall der gegengeschlechtliche Elternteil, meine Mutter) die ich liebe, die verletzt mich sehr. So entstand bei mir dieser Glaubenssatz. Diesen Glaubenssatz sowie diese Verletzung vergaß ich dann und dann vergaß ich, dass ich ihn vergessen hatte. Erst als ich mich dann verliebte, kam er unbewusst wieder hervor. Ich empfand damals so eine stake Verletzung in mir, dass ich fast geglaubt habe, dass alles zu Ende ist. Mir zog es den Boden unter den Füßen weg. Dabei hat diese Frau, das nur in mir ausgelöst. Die Ursache war nicht sie, sondern meine ursprüngliche alte unbewusste Verletzung mit meiner Mutter, die sogar viel Ähnlichkeit mit ihr hatte!
Es war letzen Endes nur eine Verwirklichung meines alten unbewussten Glaubenssatzes, den ich mal mit meiner Mutter als Kind gebildet hatte. Wenn es diese Frau nicht gewesen wäre, dann wäre es mit einer anderen Frau ganz ähnlich passiert. Man sucht sich unbewusst jemand, der genau dieser Entsprechung genügt. Das läuft vollkommen im unbewussten Bereich ab. Man fühlt nur eine starke Anziehung und kann sich diese nicht erklären.

So stieß ich auf diesen alten Glaubenssatz, der sich natürlich gravierend auf mein Leben auswirkte. Um diesen zu ändern, musste ich erst einmal verstehen, dass meine Mutter das nicht mit böser Absicht gemach hatte. Sie wusste es damals einfach nicht besser und war mit ihrem Latein einfach am Ende. Ich vergab ihr für ihr Verhalten von ganzen Herzen. Sie gab selber immer ihr Allerbestes! Genauso vergab ich dieser Frau. Sie hatte wohl das Muster ihrer Eltern gelebt und konnte aus sich heraus das gar nicht anders machen. Sie gab auch immer ihr Allerbestes und sie war außerdem nicht die Ursache dafür. Ich vergab ihr auch von ganzen Herzen.   

Dann schrieb ich diesen Glaubenssatz bewusst um.
"Die Frau, die ich liebe, ist für mich ein großes Geschenk" Ich sagte mir diesen Satz ab und zu einfach nur auf und langsam fing es an bei mir zu wirken. Es dauert dann eine Weile, bis er im Kopf wirklich umgeschrieben ist. Man bekommt dann von dem neuen Glaubenssatz und manchmal auch noch von dem alten Glaubenssatz ein kleines Erlebnis im Außen als Spiegel. Beide sind noch da und erst wenn man dann kein Erlebnis mehr im Außen von dem alten Glaubenssatz bekommt, ist er völlig umprogrammiert. So geht das mit allen Glaubessätzen... Eigentlich ganz einfach!


Dazu noch ein kleiner süßer Teddybär






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Zuletzt bearbeitet: 16.02.2012 Jens Merkel

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